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20. März 2014 | Posted in:Bücher

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eristwiederdaEin Thema, wie es irrwitziger nicht sein könnte. An einem schönen Morgen, wacht der GröFaZ in voller Uniform im Berlin des Jahres 2011 auf. Beinahe hilflos wirkt er in diesem Moment und es treibt ihn zunächst die Verwunderung und Unsicherheit umher. In einem Moment noch die sichere Niederlage und russische Gewehre vor dem Auge, ist er plötzlich in einer anderen Welt, in der unglaubliche Dinge passieren und in der von Osmanen Blitzreinigungen betrieben werden. Seine Vertrauten sind verschwunden. Keine Eva, kein Bohrmann und auch keine Blondi…

Vor allem die unfreiwillige Komik Hitlers, die sich aus der anfänglichen Unkenntnis seiner Situation speist, trägt den Plot und macht das Buch interessant. Später flacht dies aber merklich ab, wofür sich dann aber der ernste Hintergrund des Buches nach vorne drängt. Sind wir ach so fortschrittlichen und modern denkenden Hippster, Digital Natives, Friedensfreunde, Gutmenschen und Toleranz-Jünger tatsächlich gefeit gegen den wortgewaltigen VerFührer? Sind wir immun gegen Vorurteile, Hassparolen und so genannte einfache Lösungen?

Wer das Buch nur als Komödie oder Satire versteht, tut Timur Vermes Unrecht. Manche Situationen rufen geradezu eine Gänsehaut hervor und das Lachen bleibt einem buchstäblich im Halse stecken. Für mich war es zum Beispiel die Situation nach Hitlers Ansprache vor Fernsehproduzenten und -mitarbeitern, die dann lautstark in ein donnerndes „Sieg Heil“ einstimmen. Einfach nur gruselig.

Verschiedene Kritiker warfen dem Autor vor, Adolf Hitler zu verharmlosen und als humorige Gestalt darzustellen und es mag ihnen vergönnt sein, das Werk nicht zu mögen. Wer sich aber intensiver mit dem Buch beschäftigt, wird merken, dass es genau die angebliche Harmlosigkeit und diese Unterschätzung des etwas linkisch wirkenden Hitlers durch seine Gegner war, die anfangs seinen Aufstieg und schlussendlich die Apokalypse über Europa ermöglichte.

Nicht jeder Wolf gibt sich als Wolf zu erkennen. Viel zu oft steckt er in einem Schafspelz und wird von der Herde mit freudigem Geblöke begrüßt.

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