6. Mai 2014 | Posted in:Blog

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Willkommen zu meinem fünften Artikel über das Cluetrain Manifest. Die heutige These zeigt auf, wie sehr die Menschen in den Märkten von der Kommunikation untereinander profitieren und wie sich das auf Händler und Verkäufer auswirkt. Gleichzeitig weise ich auf unseriöse Praktiken wie Fake-Bewertungen hin, mit denen Unternehmen und Händler auf Bewertungsplattformen und in Foren agieren und möchte euch einige Werkzeuge an die Hand geben, mit denen ihr diese Falschspieler schnell enttarnen könnt.

These 11: Der Markt infomiert sich selbst

These 11: „Die Menschen in den vernetzten Märkten haben herausgefunden, daß sie voneinander wesentlich bessere Informationen und mehr Unterstützung erhalten, als von den Händlern und Verkäufern. Soviel zur unternehmerischen Rhetorik über den Mehrwert ihrer Waren.“

Zum einen ist die Vernetzung der Kunden für die Händler ein Segen, zum anderen ein Fluch. Da kann man für den neuen „Verkaufsschlager“ den schönsten Hochglanzprospekt oder Werbespot mit der passenden Präsentation der bahnbrechenden neuen Features unter die Menschen bringen und muss feststellen, dass die technischen Daten und alle wichtigen Informationen über das Produkt schon seit einigen Tagen ohne die mühsam zusammengesuchten und verbalisierten eigenen Superlativen bzw. Lobhuddeleien im Internet zu finden sind. Es ist inzwischen auch für viele potentielle Kunden üblich, sich vor dem Gang ins Geschäft mit den wichtigsten Informationen zu versorgen, was den Verkäufer vor die Herausforderung stellt, mehr über das Produkt zu lernen um vor dem Kunden nicht als unwissend da zu stehen.

Der Informationsaustausch der Kunden ist gut für die Händler und Hersteller, weil sie daran ablesen können, wie groß der gefühlte Bedarf an dem neuen Produkt ist. Sind die Daten nur bei einer Quelle zu finden? Werden sie über soziale Medien geteilt? Wie fällt die Resonnanz auf die beschriebenen Produkteigenschaften aus? Hier kann der Händler oder Verkäufer viele Daten herausziehen und zum Beispiel noch einmal nachbestellen, wenn er seines Erachtens zu wenige Exemplare des Artikels auf Lager hat. Das kann aber auch schlecht sein und böse enden, wenn ein Produzent und mit ihm der Händler sozusagen versuchen, alte Socken in neuer Verpackung zu verkaufen (alter Wein in neuen Schläuchen wäre dagegen ja eher eine Verbesserung). Nichts ist schlimmer als wenn der auf der eigenen Verkaufsfläche mit großen Buchstaben hervorgehobene „UltraHD realistic Nature Sound“ von potentiellen Käufern aus der eigenen Zielgruppe als profaner „Stereoklang“ enttarnt wird. In diesem Moment kann man sich der schallenden Ohrfeige gewiss sein, die dem Verkäufer virtuell verpasst werden wird. Lügen und Übertreibung mag in der Werbung ja erlaubt sein aber wer im Internetzeitalter seine Kunden für dumm verkauft, kann eine Lawine lostreten, die auf ihrem Weg ins Tal alles mitreisst inklusive Reputation und Unternehmensgewinn.

Positiv ist für den Händler wiederum die Unterstützung, die sich die eigenen Kunden gegenseitig und für das eigene Unternehmen völlig kostenlos, geben. Da werden Tutorials, Videos, Kurzanleitungen und Workarounds erstellt und der Händler kann den eigenen Kundenservice auf Sparflamme laufen lassen. Gibt es Probleme verweist er auf die von Freiwilligen erstellten Problemlösungen und muss nur im Ausnahmefall eigene Arbeitskräfte einsetzen oder den Hersteller kontaktieren.

Doch was tun, wenn auf Bewertungsplattformen und in Internet-Foren vermehrt schlechte Bewertungen oder Beschwerden anstatt Informationen, Lob und Hilfe auftauchen? In unserer schlechten Welt gibt es natürlich auch dafür die passenden skrupellosen Wort-Söldner und Miet-Schreiber, die dem Hersteller oder Händler für ein bisschen Kleingeld eine schöne nette Internet-Welt gestalten. Diese herauszufiltern um sich so die korrekten Informationen zu holen ist nicht ganz einfach, weshalb ich euch hier zwei von mir persönlich erprobte Methoden an die Hand geben möchte.

1. Prüfung des Nicknamens

Handelt es sich um einen in euren Augen verdächtigen Eintrag in einem Forum oder einer Bewertungsplattform, solltet ihr folgende Punkte beachten:
– Ist es der erste Beitrag dieses Users? Hat er sich jemals zuvor in der Community beteiligt?
– Ist der User mit diesem Namen auch in anderen Foren/Plattformen aktiv, die ein gleiches oder ähnliches Thema behandeln?
Handelt es sich um eine schriftliche Eintagsfliege ist Vorsicht angebracht. Äussert er sich dann auch noch zum gleichen Thema auf verschiedenen Plattformen und Foren, könnt ihr schon beinahe sicher von einem Claqueur ausgehen, der hier im Sinne seines Auftragsgebers agiert.

2. Prüfung des Textes

Gerade bei Produktbewertungen bietet der Text einen besseren Anhaltspunkt als der Name des Verfassers.
– Enthält der Text viele Superlativen?
– Spiegeln sie den normalen Sprachgebrauch wieder oder klingen sie gesteltzt?
Ergeben sich hier erste Verdachtspunkte, folgt der zweite Teil der Recherche. Kopiert einen Satzteil oder Satz aus der Bewertung heraus und füttert damit Google. Ergeben sich hier Treffer mit dem gleichem Text auf verschiedenen Plattformen, habt ihr einen weiteren Monetenjubler entdeckt.

Zum Abschluss würde mich natürlich interessieren, welche Methoden ihr verwendet um solche bezahlten Einträge zu erkennen. Schreibt sie einfach in die Kommentare.

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