18. Mai 2014 | Posted in:Kino

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Godzilla-new-posterSamstag ist eigentlich der Tag an dem man Spass haben soll. Nach einer frugalen Schlemmerei beim Chinesen um die Ecke entschlossen wir uns also, den Abend zusammen mit unseren Freunden Jan, Steffi, Elmar und Georg ganz oldschool mit einem Kinobesuch abzuschließen.

Unsere Wahl fiel kurzentschlossen auf den neuen Ultra-HD-3D-Hastenichgesehn-Film Godzilla, schließlich wurden hier eine spannende Story, eine opulente Soundkulisse und großartige Animationen versprochen.  Das war allerdings eine Entscheidung, die wir recht schnell bereuen sollten…

Für Alle die jetzt ungeduldig auf ein Fazit warten… Der Film hat einen ähnlichen Spannungsbogen wie das Liebesspiel der Weinbergschnecken (und die Animationen sahen diesem Ritual auch nicht unähnlich). Wer schlechtes Kino sehen möchte, bekommt dafür keinen besseren Film.

Schon nach den ersten zehn Minuten fällte meine Herzdame gleich einem unbarmherzigen Scharfrichter ihr Urteil mit einem gemurmelten „langweilig“. Ein Urteil dem zu diesem Zeitpunkt schon niemand mehr widersprechen wollte. Die hanebüchene Story schleppte sich von Checkpoint zu Checkpoint und der Hauptdarsteller (Aaron Taylor-Johnson) überlebte als unverwundbare United-States-Army-Navy-Irgendwas-Heldenfigur die schlimmsten Angriffe um dann tapfer oder erschreckt mit seinen blauen Bambi-Augen  die Welt zu mustern. Sorry lieber Regisseur und tut mir leid liebe Schauspieler, aber da zeigt sich bei jeder brasilianischen Telenovela mehr schauspielerisches Können und spannenderes Storytelling.

Am Ende verteidigt Godzilla erfolgreich die sich tapfer wehrenden Amerikaner gegen die Radiaktivität* fressende Monstermotte nebst Eheweibchen, die nebenbei bemerkt insgesamt irgendwie nur halbfertig gestaltet und animiert wirken (da ist wohl das Geld für den Grafiker ausgegangen). Gareth Edwards hat mit diesem Film ohne Zweifel einen Tiefpunkt seiner Karierre geschaffen.

Wie es leider bei Filmen die Material der US-Armee verwenden dürfen üblich ist, ist Hurra-Hurra-Amerika allgegenwärtig, was dem Film aber auch nicht mehr viel schaden kann. Wer einen besseren Godzilla-Film sehen möchte, darf sich einen beliebigen Vorgänger aus der Krabbeklkiste ziehen, denn schlechter ist mit Sicherheit keiner davon. Wir werden in Zukunft den Samstag Abend lieber mit einem Kneipenbesuch abrunden, um dann Godzilla-mäßig nach Hause zu stapfen.

*Radiaktivität ist die bajuwarische Variante der Radioaktivität und tritt vor allem im Zusammenhang mit Weißbier aus.

 

2 Comments

  1. Feydab
    19. Mai 2014

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    Ist „Radiaktivität“ eine Freud’sche Fehlleistung oder spontaner Auftritt bajuwarischen Lokalkolorids?

  2. heuermeuer

    heuermeuer
    19. Mai 2014

    Leave a Reply

    :D die bajuwarische Variante gefällt

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