15. Mai 2014 | Posted in:Blog

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Nachdem Ende April der Chefentwickler Vic Gundotra den Hut nahm und mehr als 1000 Google Plus – Mitarbeiter in neue Arbeitsbereiche versetzt wurden, scheint es mit dem großen Facebook-Konkurrenten zu Ende zu gehen. Im Bezug auf die Nutzeraktivität und die durchschnittliche Verweildauer ist genau das eingetroffen, was der Wirtschafts-Wochen-Redakteur Michael Kroker schon 2011 in einem Blogbeitrag bemängelte und wofür er damals ordentlich verbale Prügel aus den Reihen der Google+ Verteidiger bezog. Jetzt, knapp vier Wochen nach der Meldung und nach der Bekanntgabe von Google, die Integration von Diensten in Google+ werde nicht weiter vorangetrieben, gab es eins nicht. Einen Sturm der Entrüstung.

Beinahe schon befremdet, habe ich die letzten Wochen nach Reaktionen und Artikeln auf dieses für Google Plus durchaus bedeutende Ereignis  gesucht. Aber weder die verbliebenen aktiven Nutzer noch die vor einigen Jahren gestarteten Fanblogs zu der Plattform melden sich zu Wort. Eher das Gegenteil ist der Fall. Blogs wie g-plusblog.de oder googleplusinside.de haben seit einem Jahr keinen neuen Beiträge mehr veröffentlicht und sind bezüglich der Hiobsbotschaft ebenso inaktiv wie der Rest des Netzwerks. Da ich aktuell ein Fernstudium zum Social Media Manager absolviere, habe ich mich dazu entschlossen Google+ näher unter die Lupe zu nehmen und heute das Nützliche (Lernstoff verinnerlichen) mit dem Angenehmen (in meinem Blog schreiben) zu verbinden, indem ich mich mit dem im Jahr 2011 gestarteten und damals mit vielen Vorschuss-Loorbeeren bedachten sozialen Netzwerk beschäftige.

Der Besuch auf der Plattform erinnert an das ängstliche Herumschleichen auf einem gepflegten aber dennoch gespenstisch stillen Friedhof. Viele Accounts aber in der Breite wenig Inhalte. So würde ich die derzeitige Situation in dem Netzwerk beschreiben. Aktiv ist hier beinahe nur noch die professionelle oder semi-professionelle Sparte der Internet-Nutzer. Also vor allem Mitglieder der schreibenden Zunft, Marketing Fachleute und Katzenbildverbreiter.

Unternehmen und mehr oder weniger berühmte Personen sind schon fast unfreiwillig gezwungen, ihre Google+ Präsenz ebenfalls auf dem neuesten Stand zu halten, da diese in den Suchergebnissen der Suchmaschinen auftaucht und man keinen Besucher auf eine nicht betreute Webseite schicken möchte die mit veraltetem Content gefüllt ist.

Der beim Start als Killer-Applikation angepriesene Google Plus Hangout erfüllt vor allem bei kleineren dezentralisiert arbeitenden Unternehmen oder Studenten die viel untereinander interagieren, noch immer seinen Zweck und sorgt für schnelle und unkomplizierte Minikonferenzen. Eines war Hangout aber nie. Eine Applikation die Nutzer dazu veranlasste vom großen Konkurrenten Facebook oder von Twitter auf Google+ umzuziehen. Genau hier sehe ich das Problem mit dem die Plattform schon vom Start an zu kämpfen hatte. Die Konkurrenz war bereits da, fest am Markt platziert und hatte einen Großteil der möglichen Nutzer als Kunden die, was ebenfalls wichtig ist, mit dem gebotenen Service zufrieden waren.

Es gab und gibt für viele Nutzer schlichtweg keinen Grund, mit ihrer virtuellen Identität umzuziehen, sich wieder neu mit Freunden und Bekannten zu vernetzen und bereits ins Internet gestellte Inhalte neu hochzuladen.

Was Google Plus bekam waren also die Multi-Platform-User also jene Nutzer die zumindest für einen gewissen Zeitraum mehrere virtuelle Identitäten nutzen und ihre Inhalte über mehrere Plattformen streuen. Dann natürlich auch die technikaffinen Medien-Profis, die das neue Netzwerk gegenüber ihren Kunden schon in den ersten Stunden als den neuen heißen Scheiß bewarben, der (mal wieder) die Welt verändern wird.

Dazu kamen dann jene Nutzer die dank der Intergrierung von Anwendungen einen Zwangs-Account erhielten. Das populärste Beispiel für diesen Bereich, welches auch die meisten neuen Google+ Nutzer generierte ist die Videoplattform Youtube. Allein, mehr als ein neuer leerer Account im Netzwerk kam nicht dabei heraus. Mit der Maßnahme, alle auf Youtube geposteten Kommentare automatisch auch auf Google+ zu veröffentlichen besserte sich nur die Statistik. Die Nutzer selbst lehnen das neue System ab und protestierten in der Vergangenheit massiv dagegen.

Auch andere Maßnahmen irritieren zunehmend die verbliebenen echten Nutzer der Plattform. Mit einer Änderung der Datenschutzbestimmungen hat sich Google, wie bereits im November 2013 per Pressemitteilung bekanntgegeben den Freibrief dazu erteilt, Mit den Namen, Profilbildern und auch Daten seiner Mitglieder Werbung zu schalten. Dies betrifft alle Nutzer die über 18 Jahre alt sind. Ihre Likes beziehungsweise „+1-Klicks“ können, ähnlich dem System von Facebook, anderen Usern in einer Art Werbebanner angezeigt werden.

Zum einen mag dies wirksam sein, weil die Menschen den Empfehlungen von „Bekannten“ eher Glauben schenken als reinen Werbebotschaften. Zum anderen verabschiedet sich Google Plus aber von einem Alleinstellungsmerkmal nach dem anderen und macht sich überflüssiger denn je.

 

 

2 Comments

  1. Andreas Quinkert
    15. Mai 2014

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    Bei Google+ einloggen, dem Link folgen und ggf. unten links das Häkchen entfernen: https://plus.google.com/settings/endorsements?hl=de

  2. heuermeuer

    heuermeuer
    15. Mai 2014

    Leave a Reply

    Hallo,
    Bei Xing schreib ich es noch und hier vergess ich es… Danke fürs nachholen :)

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