23. März 2014 | Posted in:Blog

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Allgemeine Info

Bei der im Jahr 2011 gestarteten Plattform Pinterest handelt es sich um ein soziales Netzwerk, in dem der angemeldete User eigene oder fremde Bilder zu individuellen Pinnwänden zusammenstellen kann. Er kann auch anderen Usern folgen oder deren Pinnwände in die eigene Auswahl übernehmen. Die letzte Userzählung des französischen Marktforschungsunternehmens Semicoast vom Juli 2013 vermeldete weltweit 70 Millionen Pinterest-Nutzer, von denen 71 % ihren Aufenthaltsort in den USA hatten. In Deutschland ging man zu dieser Zeit von ca. 500.000 Nutzern aus.

Zwar  sprach ein im Juni 2013 erstellter Blog des Magazins Focus Online von 864.000 deutsche Nutzern aber die Belege dafür sind ominös. Der Artikel selbst ist nicht mehr aufrufbar und auch bei Comscore, dem Unternehmen von dem diese Zahl stammen soll, ist nichts mehr zu diesem Thema aufzufinden. Nichtsdestotrotz geistert diese von Pinterest niemals offiziell herausgegebene und bestätigte Zahl noch immer in verschiedenen Artikeln und Blog-Einträgen umher. Wenig hilfreich und ins Blaue exploriert sind des weiteren unbelegte Mondzahlen in Höhe von bis zu 1,5 Millionen deutschen Nutzern, wie sie zum Beispiel Hier von Christian Buggisch veröffentlicht wurden.

Was macht Pinterest beliebt?

Ich könnte die Plattform als das „liebe Facebook“ bezeichnen und läge damit gar nicht einmal so falsch. Ein Grund dafür ist die weitgehend textfreie Kommunikation. Postet man ein Bild, welches niemand gefällt auf Facebook, so kann es, je nach der Menge an erreichten Usern eine ordentliche Watsche und viele direkte, manchmal auch unverschämte oder wahrscheinlich auch beleidigende Kommentare geben. Auf Pinterest wird das Bild einfach nicht gepinnt oder als „like“ gekennzeichnet und damit hat es sich.

Ein weiterer Grund ist die angesprochene Zielgruppe. Auf Pinterest treffen sich Menschen, die Freude an Bildern aus den verschiedensten Themenbereichen haben. Dominierend sind aber eindeutig Kategorien wie Kleidung, Style, Einrichtung und Dekoration. Also nicht unbedingt die Themen, die ein streitlustiges Publikum anlocken könnten (wie zum Beispiel Bilder wilder privater Partys, Computerspiele, Politik). So sind auch etwa 68% aller Pinterest-Nutzer weiblich und durchschnittlich zwischen 18 und 34 Jahre alt, was keinesfalls dem Profil des üblichen shitstorm-Publikums entspricht. Solltet ihr jetzt mehr über shitstorms wissen wollen, empfehle ich euch den aus dem Jahr 2010 stammenden re:publica – Beitrag  „How to survive a shitstorm“ von Sascha Lobo.

Der Mangel an schriftlichen Mitteilungen ist ebenso ein Feature, welches viele Nutzer an der Plattform schätzen. Man bekommt eben nicht die so oft gelesenen Statusmeldungen „Bin jetzt essen… unter der Dusche… aufm Kackstuhl…“ et cetera. Man kann lediglich eine kleine Beschreibung zu dem veröffentlichten Bild veröffentlichen. Damit folgt Pinterest im Extrem dem in den letzten Jahren aufgekommenen Trend weg von langen Texten, hin zur schnellen, kurzen Interaktion.

Pinterest für Unternehmen

Es ist in einem bei Pinterest anlegbaren Unternehmensprofil sehr leicht möglich, das eigene Sortiment, in Kategorien eingeteilt einzubinden und so dem Nutzer die ganze Bandbreite des eigenen Portfolios zu präsentieren. Genutzt wird dies zum Beispiel exzessiv von der us-amerikanischen Kaufhauskette Nordstrom, die etwa 4,5 Millionen Pinterest – Follower hat und die zusätzlich zur Bildpräsentation die eigenen Kunden anhand der „likes“ per Pinterest entscheiden lässt, welches Produkt in den eigenen Filialen ausgestellt und bereitgestellt werden soll.

Die am besten bei Pinterest sichtbare und auch in Deutschland vertretene Marke ist laut einer Erhebung der Firma searchmetrics das schwedische Textil-Label Hennes & Mauritz (H&M) mit dem hauseigenen Online-Shop und schlägt damit, zumindest bezüglich der Sichtbarkeit auf Pinterest, um Längen den Online-Branchenprimus Amazon, der sich gerade einmal auf Platz 5 wiederfindet. Auch andere deutsche Marken wie Otto auf Platz 8 und BonPrix auf Platz 12 sind bei Pinterest eher unterrepräsentiert was zum einen an der im Vergleich zu Facebook geringen Nutzerbasis und wohl auch dem folgenden Sachverhalt liegt.

Ein großes Problem für Nutzer und Unternehmen in Europa, ist die fehlende Abgrenzung zwischen den Kontinenten. Denn was bringt es dem deutschen Kunden, wenn es bei einem amerikanischen Anbieter einen Schal gibt, den er gerne hätte, aber in Deutschland nicht bekommt und der bei einem Kauf in den USA viel zu teuer wäre. Ändern lässt sich dies von Pinterest nur schwer. Ohne die Beiträge der mehr als 49 Millionen US-Pinterest-Nutzer würde die Seite in Europa reichlich leer wirken.

Fazit

Es bleibt abzuwarten ob die Bildplattform in Deutschland und auf dem alten Kontinet allgemein noch ähnlich erfolgreich wird, wie in den USA. Die Anzeichen dafür stehen nicht unbedingt schlecht, jedoch bestehen zum Beispiel in Deutschland noch viele Hindernisse in Bezug auf das fehlende Engagement deutscher Marken und Unternehmen, was gerade auf einer in meinen Augen, zu einem großen Teil, auf den Konsum ausgerichteten Plattform zu einer echten Wachstumsbremse mutieren kann.

 

1 Comment

  1. Pinterest für meine Aquarelle und mich eine Erfolgsstory? – Teil 1 | Bilder, Aquarelle vom Meer & mehr - von Frank Koebsch - […] in Deutschland immer noch eine Nullnummer. Auch im März 2014 wurde noch immer die Frage gestellt: Pinterest in Deutschland…

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