1. April 2014 | Posted in:Blog

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Eine Frage die mich heute ein ganzes Weilchen beschäftigt hat und für deren Beantwortung ich einige, zumindest naheliegende, Erklärungen gefunden habe, ist die Herkunft und Bedeutung des Tastaturkürzels Strg + v. Gerade diejenigen von uns die des öfteren mit Photoshop arbeiten (oder die aktuell, neben einem Job in der Politik, an ihrer Dissertation sitzen *hust*) kennen diese omnipotenten Werkzeuge des Pixel- und Buchstabenschubsers: Strg+all – also alles markieren oder Strg + copy – die Auswahl kopieren und Strg +v??? – die Auswahl einVügen?

Im Internet fand ich dazu durchaus plausible Erklärungsansätze. Einen weiteren lieferte mir ein Freund und bekannter Kneipenphilosoph der sich, um als solcher zu gelten, in einem geheimen Aufnahmeritual dazu vepflichtet hatte, Schlußfolgerungen und Gedankengänge erst dann anzugehen, wenn er mindestens drei Bier und einen Korn oder ein äquivalentes alkoholhaltiges Substitut (in Ausnahmefällen auch Rasierwasser) konsumiert hatte. Seine Argumentation verlief in etwa so:

These 1: Kneipenphilosophie

„Also, diese Computerdingens sind ja Wissenschaft, demzufolge haben Wissenschaftler ja auch diese Abkürzungsdingensgriffe erfunden…“.
Nach einem weiteren Bier folgte dann:
„Und da diese Wissenschaftler ja immer alles in Latein sagen, heißt es dann wohl Strg + a alii, also von anderen und Strg + copiare, was kopieren bedeutet und…“.
Diese letzte Schlußfolgerung benötigte ein zusätzliches Bier:
„Und dann noch Strg + verbo reddere, öh etwas wörtlich wiedergeben.“
Danach schwiegen wir beide ziemlich lange, fasziniert und beeindruckt von der eingängigen Erklärung, die wohl nicht zuletzt aufgrund unseres Alkoholkonsums durchaus einleuchtend klang.

These 2: Ergonomie

Eine weitere These, die ich in den weiten des Internets fand, verzichtet darauf den Abkürzungstasten Wörter zuzuweisen. Laut den Anhängern dieser These liegt die Kombination Strg+v einfach und praktisch, leicht erreichbar, neben der Kopierabkürzung Strg+c . Weshalb dann die Verwendung dieser beiden Kombinationen, die ja ausschliesslich im gemeinsamen Zusammenspiel benötigt werden, einfacher von der Hand geht. Mir ist diese Erklärung zum einen zu profan und zum anderen frage ich mich, warum man dann nicht zwei noch leichter erreichbare und nebeneinander liegende Tasten ausgewählt hat.

These 3: Menschliches Versagen

Oder war es etwa so, dass man alle Tastenabkürzungen bis auf Strg+v nach der Buchstabenbedeutung beisammen hatte und dann aber bemerkte, dass das passende  strg+p für paste belegt war mit print? Für mich wäre das sehr naheliegend und würde meinem Verständnis von der menschlichen Natur entsprechen. Kurz vor dem Auftauchen der Abkürzungen zusammen mit den ersten Mac-Computern im Jahr 1984 lief eine Unterhaltung in einem Büro dann eventuell wohl so ab:

„Scheisse, Steve wir haben Einfügen noch nicht eingebaut.“
„Na dann mach es doch Woz.“
„Witzig, witzig du hast doch gestern Strg+p mit dem Ausdrucken verlinkt.“
„Dann nimm was anderes.“
„Verdammt Strg+i ist ja auch schon mit invers belegt.“
„Ok, lass mich überlegen, das ist ja echt dumm gelaufen.“
„Sag ich doch.“
„Wer sagt eigentlich, dass zu dem Buchstaben ein Wort passen muss? Ich meine wir sind doch die Ersten die das machen oder?“
„Da hast du Recht. Wird eh nie ein Mensch danach fragen.“
„Genau! Nimm das V, das ist noch frei und liegt direkt neben dem C.“
„Ja und es sieht auch wie ein Pfeil nach unten aus…“
„Was meinst du damit?“
„Keine Ahnung, wird eh niemand interessieren.“